Medizinische Trainings- und Aufbautherapie ( MTT - MAT )

In den achtziger Jahren erkannte man, daß Physiotherapie unterstützt durch intensives Aufbautraining bei Hochleistungssportlern nach Verletzungen des Bewegungsapparates, zu einer bedeutend schnelleren Wiederherstellung und damit Wettkampffähigkeit führte.

Die Berufsgenossenschaften (zuerst die Verwaltungs- Berufsgenossenschaft), sahen darin eine intensive Maßnahme auch für den "Nicht- Sportler", da unter dem Strich durch die schnellere berufliche Reintegration der "Normalpatienten" erhebliche Kosten eingespart wurden (kürzere Krankheitsdauer, niedrigere Invaliditätsrate) .

Kennzeichen dieser Rehabilitationsform sind
  • Interdisziplinäre: Zusammenarbeit von Ärzten, Physiotherapeuten Masseuren und Dipl. Sportlehrern.
  • Intensität: des Trainings: Trainingseinheiten von 3 - 5 Stunden pro Tag.
  • Komplexität: nicht nur der verletzte Körperteil wird trainiert, sondern der ganze Körper unter Berücksichtigung der wesentlichen Elemente der modernen Trainingslehre.
  • Prävention: von erneuten Verletzungen: Verletzungsauslösende Momente (z.B. muskuläre Dysbalancen, aber auch Sportart spezifische verletzungsauslösende externe Faktoren) können unter Trainingsbedingungen kontrolliert werden.
Ziele der MTT - MAT:

Völlige Schmerzfreiheit.
  • Wiederherstellung der bestmöglichen muskulären Funktion: Kraft, Ausdauer und Koordination.
  • Wiederherstellung der bestmöglichen Funktionen von Gelenken sowie der am Gelenkaufbau beteiligten Strukturen (Bänder, Sehnen, Knorpel).
  • Wiedererlernen von alltags- und sportspezifischer Bewegungsmuster.
  • Prävention erneuter Verletzungen.
Phasen des Aufbautrainings:
  1. Phase - Mobilisation: Frühfunktionelle Therapie.
  2. Phase - Stabilisation: Funktionelle Therapie.
  3. Phase - Funktionelles Muskelaufbautraining: Uneingeschränkte Funktionsfähigkeit.
  4. Muskelbelastungstraining: Uneingeschränkte Belastungfähigkeit.
Die zeitliche Definition der Phasen ist abhängig von unterschiedlichen Faktoren:
  • Art der Verletzung
  • Operationsverfahren
  • Postoperativer Heilungsverlauf
  • Individuelle Kondition
  • Klinikinterne Nachbehandlungsrichtlinien.
Aber nicht nur im orthopädisch -, traumatologischen Bereich findet die MTT- MAT ihre unterstützende Anwendung. Die MTT ist im internistischen wie auch neurologischen- Bereich eine nicht mehr wegzudenkende Rehabilitationsmaßnahme.

BPM-Computer-Diagnose und Therapiekonzept:

Zur diagnostischen Erstellung der Basisdaten des Pat. in Bezug auf das Gleichgewicht und die propriozeptiven Fähigkeiten zum täglich unterstützenden kognitiven Rehabilitationsprogramm und zur Sicherung und Weiterentwicklung des Behandlungsfortschritts, Messungen desselbigen bei laufendem Programm, zur Zwischendiagnostik des aktuellen Zustandes des Pat., zur Beurteilung und Auswertung des Gesamterfolges der durchgeführten Rehabilitation. Das BPM-Computer-kognitive Koordinationstraining stellt eine große Unterstützung des gesamten Konzepts zur Behandlung von gleichgewichts- und propriozeptions-defizitären Pat. dar durch ständige Überwachung der Kraft und Gewichtsverteilung, gekoppelt mit einem visuellen und akustischen Feedback als Information und Motivation des Pat. in Bezug auf Verbesserung von Gleichgewicht, Propriozeption und Funktion.

Bio-Feedback:
Der Pat. erhält unmittelbares und fortlaufendes Bio-Feedback, daß ihn motiviert durch Förderung der Unabhängigkeit und dem Gefühl der Selbstkontrolle.
Dies fördert den Erfolg, da der Pat. ständig die Fortschritte vor Augen hat und wahrnimmt.

Kommunikation:
Die einfach zu verstehende visuelle und auch akustische Mitteilung des BPM-Computer-Koordinationssystems schafft ein sehr wichtiges Kommunikationsmedium zwischen Pat. und Therapeuten. Therapeutische Anweisungen können sowohl gesehen als auch gehört werden. Die Bewegung des Pat. wird gemessen und ihm während der Behandlung und des Trainings mitgeteilt.

Extrastimulus:
Das System verfügt über eine neue Dimension der Behandlung durch den Therapeuten. Da bei den Pat. die verschiedensten eigenen Lernmethoden vorliegen, wird der Therapeut durch das System unterstützt, weil die Anweisung des Therapeuten dem Pat. durch visuelles Feedback hilft, sich auf die Aufgaben zu konzentrieren und der fortlaufende Stimulus durch das System die Genauigkeit des Ablaufes durch Motivation fördert und der Pat. sehen kann, was erwartet wird und so den Lernprozess beschleunigt.

Audio:
Durch ein zusätzlich akustisches Signal des Systems, daß die Wahrnehmung um ein auditives Feedback erweitert, können selbst sehr geschädigte Pat. erfolgreich unterstützend behandelt werden, da das visuelle Feedback auch durch das Hörsignal erkenntlich ist.

Empfindlichkeit:
Das BPM-System ist geeignet für alle Erkrankungen im neuro- und neuromuskulären Bereich, da die kognitiv-koordinative Therapie in stehender wie auch sitzender Form durchgeführt und die Empfindlichkeit durch den Therapeuten den Fähigkeiten des Pat. angepaßt werden kann. Die Fortschritte werden durch allmählich sich steigernde, anspruchsvollere Übungen sichergestellt.

Objektive Maßnahmen:
Das System gestattet dem Therapeuten, objektive Maße für die Leistung des Pat. zu verwenden durch Aufzeichnung verbesserter Funktionsfähigkeiten über einen längeren Zeitraum, was deutliche Aufschlüsse über die Fortentwicklung und damit Wirksamkeit der Behandlung ergibt.

Weitere kognitiv-koordinative Therapien zur Schulung des Gleichgewichtes und Stellung im Raum, zur Schulung der Grob- und Feinmotorik wie Ball, Tau, Kreisel, Rollen, Schaukel- brett gehören zum täglichen Therapierepertoire. Alle diese beschriebenen Therapieformen werden entsprechend des Krankheitsbildes und Verlaufs speziell individuell für jeden Pat. zusammengestellt und überwacht therapiert.

Das DigiMax® Diagnostik-System

erlaubt genauste isometrische und dynamisch/auxotonische Messungen gezielt durchzuführen, auszuwerten und miteinander zu vergleichen. Die gelieferten Parameter erlauben dann die genauste Einstellung der med. Trainingsgeräte in der MTT- MAT und dies garantiert, reproduzierbare und objektiv vergleichbare Meßvorgänge. >Bei den Messungen erhält man zum Beispiel genaue Dokumentation über Muskuläre sowie Arthrokinematischer Vorgänge.

Bei isometrischen Messungen über:
  • Kraft
  • Drehmoment
Bei auxotonischen Messungen über:
  • Kraft
  • Drehmoment
  • Beschleunigung
  • Geschwindigkeit
  • Leistung
  • Impuls- Kraftstoß
  • Arbeit
  • Gesamtübersicht
Balkendiagramm: Darstellung von mehreren Trainingseinheiten
  • Bezogen auf a) Maximalkraft b) Kraftmittelwert
  • Drehmoment a) Maximaldrehmoment b) Drehmomentmittelwert
  • Bei dynamischem Training a) Arbeit b) Leistungsmittelwert

B I O D E X - Isokinetik

Ein System zur Diagnostik und Training für WS und Extremitätengelenke - zur Messung und Lieferung von Meßparameter, für den Bewegungsbereich, Drehmoment, Leistung und Beschleunigungsenergie. Dynamisches Ramping: Sondermodus bei dem Einsatz der Isokinetik als Trainingsmittel. Die Winkelgeschwindigkeit paßt sich an die Eigen- (anfangs-) geschwindigkeit des Patienten an. Diese Geschwindigkeit ist etwas niedriger als die Anfangsgeschwindigkeit und dient als eine Art Führungswiderstand. Dadurch wird eine schonende Adaption an die jeweilige Trainingsgeschwindigkeit gewährleistet. Der Patient erhält genau den Widerstand, den er selbst am Gerät erzeugt.

Diagnostik der Leistungsfähigkeit des Herz-Kreislauf-Systems und Einsatz in der Therapie.

Therapiegeräte und Trainingsmöglichkeiten:
  • Computergesteuerte Radergometer mit Herzfrequenzanzeige/-steuerung
  • Computergesteuerte Oberkörperergometer mit Herzfrequenzanzeige/-steuerung
  • Laufbänder mit Herzfrequenzanzeige/-steuerung
  • Schwebelauf (Laufband mit Lokomotionssystem) zum gewichtsreduzierten Herz-Kreislauf-Training.
  • Gruppentherapie: Aquajogging mit Auftriebskörper im Therapiebecken
Diagnostik:
Laufbanddiagnostik unter Aufzeichnung der Parameter

  • Geschwindigkeit, Steigung, Herzfrequenz, Blutdruck, Laktatkonzentration, Sauerstoffsättigung, Atemvolumen. Radergometrie und Oberkörperergometrie mittels computergesteuerter Aufzeichnung von.
  • Belastungsstufe in Watt, Herzfrequenz, Blutdruck, Laktatkonzentration, Sauerstoffsättigung, Atemvolumen.
Einsatzmöglichkeit:
Diagnose der Leistungsfähigkeit des Herz-Kreislauf-Systems in der Rehabilitation und im Gesundheits sowie Breiten -, und Leistungssport.
  • Bestimmung der allgemeinen/spezifischen aeroben Ausdauer.
  • Laktatschwellenbestimmung
  • Bestimmung der Eingansvoraussetzung für den Beginn einer Therapie.
Anwendungsbereiche im Leistungssport:
Leistungstests im Spitzensport (Bsp.: CONCONI - Test mit relativer Steigerung der Belastungsstufe), durchgeführt unter ärztlicher Kontrolle mit Ausbelastung und Ermittlung der anaeroben Schwelle mittels Laktatmessung.

Ziele:
Entwicklung eines spezifischen Trainingsplans zur effektiven Steigerung der Leistungsfähigkeit im Ausdauerbereich. Trainingskontrolle: Erkennen von Übertrainigszuständen. Ist /Sollwertvergleich nach Verletzungen. Talenterkennung und Förderung.

Anwendungsbereich zur Diagnose in der Rehabilitation:
Feststellung der Leistungsfähigkeit des Herz-Kreislauf-Systems durch Ermittlung der PWC 130/150/170 (physical-working-capacity = geleistete Watt pro kg Körpergewicht bei Hf 130/150/170). Einsatz in der Rehabilitation und Postkonvaleszenz. Durchführung mittels speziellen auf die Möglichkeiten des Patienten abgestimmten Testprogrammen (variable Stufen/Zeitwahl).

Ziele:
Computergesteuertes, vom Therapeuten überwachtes, Ausdauertraining zur Steigerung der Leistungsfähigkeit des Herz-Kreislauf-Systems. Training an den verschiedenen Geräten mit ständiger Kontrolle von Herzfrequenz, Blutdruck, Atmung und Allgemeinbefinden des Patienten. Therapiekontrolle mittels regelmäßiger Tests.

Einsatz:
Herzerkrankungen (z. B. Koronare Herzerkrankung, Herzinsuffizienz). Lungenerkrankungen (unter zusätzlichem Einsatz von Sauerstoff während der Belastungsphase).
Gefäßerkrankungen(Z.B. pAVK). Sonstige Innere Erkrankungen (z.B. Diabetes). Stoffwechselerkrankungen (z.B. Adipositas - Therapie von Kindern und Jugendlichen).
Ausdauertraining bei bestehender Einschränkung der Bewegungsfähigkeit oder starkem Übergewicht durchgeführt im Schwebelauf (Laufband mit Lokomotionssystem zu Entlastung).

SMS- Computer zur Vermessung

Messungsprinzip:
  • Laterale Gewichtsverlagerung.
  • Verlagerung anterior / posterior.
  • Verfolgung des Gleichgewichtsmittelpunktes.
Bei der Vermessung der -WS- wird, je nach Kriterium, die Messung im Stand oder im Sitz durchgeführt, oder beides. Die numerischen Werte werden anhand dieser grafischen Erfassungen berechnet. Die SMS- Diagnostik, ist eine bedeutsame begleitende Diagnostik der Digitalen Photopodoskopie der Fußsohlenstatik sowie zur funktionellen Abrolldiagnostik bei der Gang und Laufanalyse. Ebenso bei allen zu vergleichenden Diagnoseverfahren in der Orthopädie sowie Unfallchirurgie.


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