Das Corpus-Konzept

Das Corpus-Konzept ist ein Messsystem, mit dem Körperhaltungen und Motorik analysiert und dokumentiert wird. Die dokumentierte Analyse gibt dem Arzt einen unterstützenden Hinweis in seiner Diagnostik, dem Therapeuten einen deutlichen Therapieansatz ebenso auch dem Orthopädietechniker und orthopädischen Schuster bei Herstellung entsprechender Hilfsmittel zu synergistischen Unterstützung. Die Auswertung der digitalen Haltungsanalyse gibt Aufschluss über die Lotabstände, die Winkel und Krümmungen zwischen den einzelnen Körpersegmenten. Diese werden genau berechnet.

Die Haltungsanalyse wird in digitaler, seitlicher, frontaler und rückwärtiger Ansicht vor einer entsprechend hoch auswertenden Messwand und einer Winkelplatte durchgeführt. Das Corpus-Konzept orientiert sich bei seiner Bewertung einzelner Winkel und Lotabständen, die sich wiederum an Zahlenwerten orientiert, die in der med. Nomenklatur manifest sind und die als Hilfe für eine anschließende Beurteilung bei der Analyse dienen.

Bei dieser Corpus-Konzept Testung werden motorische Tests integriert, mit denen gleichgewichts-und Koordinationsfähigkeit eines Patienten abgeprüft werden können. Ebenso werden die Ergebnisse einer orthopädischen Untersuchung und die Resultate von Muskeltests im Corpus-Konzept protokolliert.
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Arbeitswelt: Diagnose von Rückenbeschwerden
Das Corpus-Konzept erzeugt automatischen Report, die dem Therapeuten eventuelle Therapiemaßnahmen unterstützend begleiten, aber auch Trainingsübungen für den Patienten zum alltäglichen Training. Die Patientendaten und Bilderserien werden in einer Datenbank gespeichert und können selbst Jahre später wieder abgerufen werden, zum Vergleich.

Nicht nur zum Zweck von Beschwerden im Bereich des Haltungsapparates Rücken, sowie Beinachsen, auch zeigt die Analyse Ursachen auf, die die Beschwerden CMD (Kiefergelenksbeschwerden) verursache und so dem Therapeuten die Möglichkeit geben, diese Beschwerden durch entsprechende Therapiemaßnahmen zu beseitigen.

Besonders auch für Kinder geeignet, begleitend des Wachstums vom Kleinkind bis zum Erwachsenen, was Beinachsen sowie Fußgewölbe angeht. Auch gibt es Ausschluss bei Testungen mit Schulranzen und Schultaschen, sodass durch die Analyse auch entsprechende Therapiemaßnahmen zur Beseitigung von Haltungsschäden ausgemerzt werden können.

Die Analyse der durchgeführten Testungen erhält der Arzt, der Patient und bei Kindern und Jugendlichen entsprechend auch die Eltern.
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Leistungssport: Beinachsenvermessung bei Fuß- und Knieproblemen
Wenn Kinder wachsen, sind O-Beine und X-Beine normal

Bis zum Schulalter sind vermeintliche Fehlstellungen der Beine, wie O-und X-Beine oder nach innen gedrehte Füße nicht krankhaft, sondern in der Regel auf ein verzögertes Wachstum zurückzuführen.
So haben Säuglinge und Kleinkinder immer O-Beine.

Steht zum Beispiel ein 1 jähriges Kind aufrecht, mit aneinander gestellten Fußknöcheln, dann weißt es O-Beine auf. Man kann problemlos mit der breiten Hand zwischen den Kniegelenken hindurch greifen.

Die O-Beine verschwinden in der Regel zum Ende des ersten Lebensalters und schon 1 Jahr später können bei den Kindern starke X-Beine festgestellt werden, bei denen es sich jedoch nur um vorübergehende kindliche X-Beine handelt, also eine vorübergehende X-Bein Stellungen. Auf Dauer würden diese sonst die Füße sehr ungünstig belasten. Um das Gleichgewicht zu halten, müssten sie nach Innen kippen.

So kann festgestellt werden, dass spätestens bis zum Alter von 3 Jahren sich die O-Beine verwandelt haben, dieses ist nicht krankhaft. In den folgenden Wachstumsjahren reduziert sich die X-Bein Position und mit der Einschulung, spätestens aber bis zum 8. Lebensjahr sind die starken X-Beine meistens verschwunden. Es kann ein leichtes physiologisches X-Bein zurückbleiben. Sodass man bei zusammengestellten Füßen nur noch 1-2 Finger zwischen die Knieinnenseiten legen kann.

Bei den Untersuchungs-Checks von Kindern zeigen 80% der durchgecheckten Kinder über 10 Jahre eine gesunde Beinachse. Bei 11% wurden verstärkte X-Beine festgestellt und bei 9% O-Beine.

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Schule: Überlastung durch Schulranzen
Bei diesen Fällen sollte dringend in den weiteren Wachstumsphasen überprüft werden, ob die Fehlstellung der Beinachse verschwindet. Die mehrfache veränderte Form in der Entwicklung vom Säugling zum Teenager ist auch eine Reaktion des Wachstums des gesamten Körpers, bei denen die Füße, das Becken und auch die Wirbelsäule umgebildet werden. So machen Wissenschaftler für diese auffällige Entwicklung der Beine eine Eigenintelligenz der Knochen verantwortlich.

Die Knochen bestehen größten Teils aus einer harten, aber schwammförmig aufgebauten Balkenstruktur. Im Laufe des Lebens entwickelt sie sich so, dass Krafteinwirkungen von außen, wie sie zum Beispiel beim Laufen, beim Springen oder auch bei Stürzen auftreten, die Knochen nur minimal belasten.

Damit Bewegung stattfinden kann, wird diese über die Muskel, welche am Knochen mit Sehnen beginnen und mit Sehnen enden, ausgeführt. D. h. kräftige Muskulatur übt auf die Knochen, an denen sie über ihre Sehnen verankert ist Zugkräfte aus, welche mechanische Reize auf den Knochen ausüben und diese wiederum im Wachstum fördern. Aus diesem Grund sollte man darauf achten, dass Kinder und Jugendliche adäquat Sport betreiben, denn nur so, und darüber sollte man sich im Klaren sein, dass nur ausreichende Bewegung die Füße, Beine und den ganzen Knochenbau des Kindes gesund wachsen lässt.

Wissenschaftler des Universitätsklinikums Münster zeigen wie Komplex die Umbauvorgänge in den Knochen ablaufen, sodass sie erst im Alter von 6 Jahren zu einer normal aufgerichteten Beinachse verlaufen. Die Wissenschaftler des Universitätsklinikums Münster, Dieter Rosenbaum, Kerstin Bosch und Joachim Greß, begleiteten Kinder über 9 Jahre in ihrer Entwicklung, beginnend im Alter von 14 Monaten.
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Prävention: Haltung und Wachstum
Sie fanden, neben wachstumsbedingten Veränderungen im Skelett, auch deutliche Änderungen des Gangbildes (Verweis auch auf das Interview von Maximilian Werding im Saaramateur Ausgabe … des Jahres… „Tipps fürs Nachwuchstraining, internationaler Vergleich im Spitzensport“ sei es in Disziplin von Mannschaftssportarten oder aber von Einzeldisziplinen veranlassen gerade über die Nachwuchsschmiede im deutschen Spitzensport nachzudenken).

Kinderärzte berichten von besorgten Eltern, die einen nach innen gedrehten Gang beim Kind beobachten und daher eine krankhafte Fehlhaltung befürchten. Auch hier können die Wissenschaftler sehr oft beruhigen. Da sich im Laufe des Wachstums der Winkel in dem der Oberschenkelhals-das obere abgeknickte Ende des Oberschenkelknochens-im Hüftgelenk nach vorne gedreht ist. Bis 30° ist die Verdrehung bei Kindern noch sehr groß.

Als Konsequenz dreht der Körper das Bein im Hüftgelenk etwas nach innen, damit der Hüftgelenkskopf optimal in der Hüftgelenkspfanne sitzt und so das Gelenk optimal belastet. So kommt das nach innen gedrehte Gangbild von Kindern zustande.

Im Laufe des Wachstums wird dieser Verdrehungswinkel kleiner und der Körper muss das Bein beim Gehen nicht mehr so stark nach innen drehen und Bein und Fuß drehen sich beim Gehen leicht nach außen.

….Bei Kindern nicht nur in die Länge, sondern dreht sich beim Wachsen auch wie ein Korkenzieher nach außen.

Bis zum 2. Lebensjahr geht das Kind zunächst immer mit stark nach innen gedrehten Füßen. In den folgenden Jahren drehen sich die Beine jedoch zunehmend nach außen. Bei 6 jährigen sind die Füße bereits etwa 5° nach außen gedreht. Ab dem 12. Lebensjahr haben sich dann Hüfte und Unterschenkel so weit gedreht, dass die Füße 5°- 15° nach außen gedreht sind. Wenn die Kniegelenke genau nach vorne gerichtet sind. Und so wird beim Gehen das Körpergewicht automatisch über den Ballen des großen Zehs abgerollt. Spätestens bis zum 14. Lebensjahr sollten sich bei Jugendlichen die Endposition der Beinachse herausgebildet haben.

Ob dies der Fall ist, können Eltern selbst testen, denn steht das Kind gerade und berühren sich seine Innenknöchel, dann sollte bei durchgedrückten Knien ein etwa 2 fingerbreiter Abstand zwischen den Kniegelenken sein.

Aber:
Nicht jede Abweichung ist direkt eine Fehlstellung und erst recht keine Erkrankung. Schließlich sind wir nicht aus einer Matrize konstruiert, sondern sind Individuen und dadurch individuell verschieden gewachsen.